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Yto Barrada: Riffs

15. April bis 19. Juni │ Deutsche Guggenheim in Berlin

Das Deutsche Guggenheim in Berlin präsentiert vom 15. April bis 19. Juni Fotografien, Filme und Skulpturen der Künstlerin Yto Barrada. Sie ist von der Deutschen Bank als "Künstlerin des Jahres 2011" ausgezeichnet worden und erhält nun ihre erste institutionelle Einzelschau in Deutschland. Mit dem Preis ehrt die Deutsche Bank junge Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein außergewöhnliches Werk geschaffen haben, in dem Arbeiten auf Papier oder Fotografie eine wichtige Rolle spielen.

Das Deutsche Guggenheim in Berlin präsentiert vom 15. April bis 19. Juni Fotografien, Filme und Skulpturen der Künstlerin Yto Barrada. Sie  ist von der Deutschen Bank als "Künstlerin des Jahres 2011" ausgezeichnet worden und erhält nun ihre erste institutionelle Einzelschau in Deutschland. Mit dem Preis ehrt die Deutsche Bank junge Künstlerinnen und Künstler, die bereits ein außergewöhnliches Werk geschaffen haben, in dem Arbeiten auf Papier oder Fotografie eine wichtige Rolle spielen.

Barradas Fotografien, Filme, Publikationen, Installationen und Skulpturen setzen sich mit der besonderen Situation in ihrer marokkanischen Heimatstadt Tanger auseinander. In ihrer vor 10 Jahren entstandenen Werkserie A Life Full of Holes: The Strait Project zeichnet die Künstlerin ein Bild von Tanger, in dem die postkoloniale Geschichte in eine ihrer Sackgassen geraten ist. Ihr neueres Projekt Iris Tingitana weitete diese Untersuchung auf die schnell wachsenden Außenbezirke der Stadt aus, wo monokulturelle Visionen von Stadtplanern und Bauunternehmern die Landschaft wie das Leben zu homogenisieren drohen.

Die Ausstellung, die ausgewählte Arbeiten aus diesen frühen Werkreihen sowie neue Fotografien und Filme zeigt, ist als eine Konstruktion im dreidimensionalen Raum und als bewusste Gegenüberstellung dieser Werke konzipiert. Sie spielt mit den variierenden Distanzen zwischen dem Objektiv der Fotografin Barrada und ihren Gegenständen und zeigt die ganze Vielfalt der Medien, die von der Künstlerin in ihrer Arbeit eingesetzt werden. Der Titel der Ausstellung ist von der Musik inspiriert, wo „Riff“ eine rhythmische Figur bezeichnet, eine musikalische Phrase, die Musiker den fixierten Noten hinzufügen. Das Wort bezieht sich außerdem auf das zerklüftete Rif-Gebirge in Marokko,  Ausgangspunkt von Aufständen und Basis einer historischen Splitterrepublik, sowie auf das im Art-déco-Stil erbaute Cinéma Rif, das die Cinémathèque de Tanger beherbergt.

Die drei Filme Beau Geste, Playground und Hand-Me-Downs sind ebenfalls „Riffs“ – sie formulieren neue Räume, Klänge und Bedeutungen. Ein wiederkehrendes Motiv in der Ausstellung ist der Baum – sowohl als physischer Baume als auch als Stammbaum. Bäume dienen als Metaphern für Widerstand und Stärke, für die Entstehung von Sichthorizonten, die Übermittlung zwischen den Generationen, den Wandel der Zeit, für Schutz, Regeneration und Ernährung, aber auch für Dekoration und Tourismus. Erinnerung und Vergessen, Geschichte und unsolide Erzählungen sowie die Details und die Bruchstückhaftigkeit des alltäglichen Lebens spielen in dieser Ausstellung eine große Rolle, Themen, die zwischen den Arbeiten reflektiert werden. Auch der Besucher wechselt die Perspektiven und die Ebenen – indem er auf ein Zwischengeschoss hinaufsteigt; sich von intimen Projektionsräumen auf einen Balkon bewegt, von dem man die großen Wände mit den Fotografien überblickt oder sich in einen Vorführraum setzt, um das von der Cinémathèque präsentierte Filmprogramm zu betrachten.

Yto Barrada wuchs zwischen Tanger und Paris auf, wo sie Geschichte und Politologie an der Sorbonne studierte, um danach das International Center of Photography in New York zu besuchen. Ihre Arbeit, in der sie Strategien des Dokumentarischen mit einem eher meditativen Umgang mit Bildern kombiniert, führte sie, nach sechzehn Jahren im Ausland, wieder in ihre Heimat zurück. Heute lebt sie in Tanger, um sich weiterhin mit den komplexen Realitäten ihrer Umgebung zu beschäftigen, wobei sie die Strenge ideologischer Diskurse ebenso vermeidet wie den Rückgriff auf Spektakuläres oder Melodramatisches. Ebenfalls als Reaktion auf die Dynamik der Region gründete Barrada gemeinsam mit anderen die Cinémathèque de Tanger, das erste Kinokulturzentrum in Nordafrika, dessen Leiterin sie heute ist. Die von der Cinémathèque organisierten Filmprogramme und Workshops, das Archiv und die Wanderausstellungen sind Auseinandersetzungen mit dem einzigartigen Status von Bildern und Repräsentationen in der zeitgenössischen arabischen Welt und darüber hinaus.


Weitere Informationen:
www.db-artmag.de
www.deutsche-guggenheim.com

Vergrößern

Yto Barrada, Radeau dans figuier étrangleur (Ficus Macrophylla) (Raft in Strangler Figtree), 2005/2010, Courtesy Yto Barrada und Galerie Sfeir-Semler, Hamburg/Beirut.
© Yto Barrada

Yto Barrada, Radeau dans figuier étrangleur (Ficus Macrophylla) (Raft in Strangler Figtree), 2005/2010, Courtesy Yto Barrada und Galerie Sfeir-Semler, Hamburg/Beirut.

© Yto Barrada

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Letzte Aktualisierung: 5.9.2013
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